Zeit sich zu erinnern – Eine Ausstellung zu den Unruhen 2018 in Nicaragua

Vier Jahre ist es schon her, dass bei den Unruhen in Nicaragua mehr als 325 Menschen ums Leben gekommen sind. Eine Gelegenheit sich daran zu erinnern bietet die Ausstellung in Köln, die das Nicaraguaforum Wuppertal mit organisiert hat.:
Ausstellung: 24. bis 28. April 2022, täglich von 16:00 Uhr bis 19:00 Uhr 
wo: Eventhalle von KairosBlue, Niehler Str. 104, 50733 Köln (ehemaliges Clouth Gelände, Eingang über den Innenhof B – C)
Sonderführungen für Gruppen nach Vereinbarung
Eröffnungsveranstaltung: Sonntag, 24.4.22, 16:00 mit Vertreterinnen der Organisation „Madres de Abril“

Noch heute leugnet die nicaraguanische Regierung unter Daniel Ortega die Existenz der tödlichen Opfer staatlicher Gewalt und kriminalisiert die Demonstranten. Sie werden als Terroristen und Kriminelle bezeichnet. Die Regierung verweigert ihren Familien das Recht zu trauern und erklärt ihrem Andenken den Krieg. Aus dieser Erfahrung entstand die Asociación Madres de Abril (AMA), einer von Frauen geführten Organisation, die aus Familienangehörigen von Opfern staatlicher Gewalt in Nicaragua besteht.
„Wir verteidigen unser Recht auf Erinnerung, zum einen, um dem hegemonialen Narrativ des Staates entgegenzuwirken, zum anderen, um die Erinnerung an unsere Angehörigen zu würdigen. Die Erinnerung führt uns nicht nur in die Vergangenheit, die Erinnerung ist Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.“ (Francys Valdivia, AMA-Präsidentin und Schwester des in Estelí ermordeten 18-jährigen Schülers Franco Valdivia)
Die Ausstellung „AMA y No Olvida” und das Museum der Erinnerung wurden in Zusammenarbeit mit den Familien der Opfer, meist Müttern, Großmüttern, Tanten und Schwestern, entwickelt. Sie besteht aus 80 Fotos, Plakaten und Biografien sowie einem virtuellen Teil, der es ermöglicht, Familienangehörige der Opfer und Zeugen der staatlichen Brutalität und Unterdrückung zu Wort kommen zu lassen.
Der Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Köln-Corinto e.V. zeigt diese Ausstellung gemeinsam mit der „Initiative Menschenrechtstadt Köln“.
Die Einhaltung der Menschenrechte ist ein wichtiger Aspekt in der Zusammenarbeit mit den Kölner Partnerstädten. Eine Verletzung dieser Menschenrechte aufzuzeigen und öffentlich zu machen ist eine unserer wichtigsten Aufgaben.
Museen sind Quellen der Erinnerung. Ausstellungen gedenken der Verbrechen gegen die Menschlichkeit und verknüpfen damit die Hoffnung, dass die Macht dieser unserer Erinnerung Hoffnung auf ein „nie wieder“ und auf ein Leben in Menschenwürde und Freiheit gibt.

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